Die Pohltherapie® (Sensomotorische Körpertherapie nach Dr. Pohl®) kombiniert fünf ineinander greifende und sich ergänzende Verfahren, welche ganz individuell auf jeden Patienten und das jeweilige Beschwerdebild angepasst werden. Sie beruht auf neurobiologischen Grundlagen und bezieht manuelle, übende und mentale Verfahren mit ein.
Ziel ist dabei nicht nur die Befreiung von Dauerkontraktionen (Daueranspannungen) der Muskulatur und des Bindegewebes, sondern auch die Entwicklung von Kompetenzen der Patienten: sie lernen wahrzunehmen und zu spüren, wie Bewegungsabläufe und -haltungen (gehen, stehen, sitzen, atmen,…) im Alltag passieren. Sie spüren welche Körperpartien sie bei welchen Gelegenheiten im Alltag unwillkürlich anspannen. So lernen sie ihre eigenen Spannungsmuster zu verstehen und nachhaltig aufzulösen, sowie das Entstehen neuer Dauerkontraktionen zu verhindern.
n der Anfangsphase: wöchentlich/14-tägig
In der fortgeschrittenen/auslaufenden Phase: 3-wöchig, monatlich
In den fortgeschrittenen Phasen sind oft kürzere Behandlungseinheiten möglich.
Durch Selbstbehandlung und Körperbewusstseinstraining kann das Intervall verlängert werden!
Bei dieser sanften Methode nach Thomas Hanna, lernt der Patient unwillkürlich angespannte Muskeln aktiv und bewusst wieder zu entspannen. Die Pandiculations unterstützen den Patienten dabei die sogenannte „sensomotorische Amnesie“ zu überwinden. Das bedeutet, dass der Mensch aufgrund verschiedenster Ursachen verlernt oder vergessen haben kann, eine bestimmte Körperregion und die damit in Verbindung stehenden Muskeln anzusteuern (sie also nicht mehr bewusst entspannen kann). Diese „Amnesie“ kann entstehen, wenn der Muskel nicht mehr ausreichend bewegt wird. Das Ziel ist es, Bewegungsabläufe neu und wieder bewusst wahrnehmen zu lernen und die Ansteuerung der Muskeln zu verbessern. Die erfolgt durch die sogenannten Pandicualtions, hier lernt der Patient durch sensomotorisches Feedback seitens des Behandlers, dauerhaft angespannte Muskelpartien wieder zu spüren und sie bewusst zu entspannen. Sie sind der erste Schritt zum Auflösen von Kontraktionen und mehr Beweglichkeit.
Häufig sind Muskeln und Bindegewebe/Faszien in sich so verfestigt, dass sich allein durch Pandiculations die Anspannung der Muskeln nicht vollständig lösen lässt und die sensomotorische Amnesie teilweise bestehen bleibt. In diesem Fall kommen manuelle Techniken zum Einsatz.
Lesetipp: Thomas Hanna: „Beweglich sein ein Leben lang“
Bindegewebe befindet sich überall im Körper. Es reagiert sensibel auf verschiedenste Einflüsse, wie Operationen, Narben, Traumen, Fehlhaltungen, Verletzungen, und reagiert mit sogenannten Verklebungen darauf. D.h. das Bindegewebe ist nicht mehr locker und weich, sondern verklebt und wird fest. Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Schmerzen, Missempfindungen aller Art, Beeinträchtigungen in der Beweglichkeit und den sogenannten „Verklebungen des Bindegewebes“. Um diese Verklebungen zu lösen, wird das Bindegewebe der Haut mit kleinen, rollenden Bewegungen zwischen den Fingern gelockert. Dies kann je nach Ausmaß der Verfestigung äußerst schmerzhaft sein. Der Schmerz lässt jedoch nach, sobald das Bindegewebe sich lockert und wieder weicher wird.
Myofasziale Triggerpunkte (oder Myogelosen) sind punktuelle Verspannungen der Muskeln. Diese tastbaren, druckempfindlichen Verhärtungen können durch manuellen Fingerdruck des Behandlers gelöst werden., während der Patient den entsprechenden Muskel leicht bewegt. Triggerpunkte können auf umliegende Rezeptoren drücken, dadurch kann die Behandlung anfangs schmerzhaft sein. Mit dem Auflösen des Punktes lässt auch der Schmerz nach, der Muskeln entspannt sich und wird spürbarer.
Bei diesen speziellen Körperübungen handelt es sich um langsam und achtsam ablaufende Bewegungen, bestehend aus Anspannung und Entspannung. Auch sie werden wieder individuell angepasst und mit dem Patienten geübt. Sie sollen den Patienten dabei unterstützen, einen Teil der Therapie selbst in die Hand zu nehmen. Die Übungen sollen die wiedergewonnene Beweglichkeit erhalten und sind als gezielte Erinnerungshilfen für das Gehirn zu verstehen.
Helga Pohl bezeichnet das Körperbewusstseinstraining als das „Kernstück der Pohltherapie“ und es zieht sich wie ein roter Faden durch die Behandlung. Der Patient lernt immer mehr wahrzunehmen und zu spüren, welche Muskeln er (meist unbewusst) anspannt oder angespannt hält. Nun gilt es diese Selbstbeobachtung in den individuellen Alltag mitzunehmen um herauszufinden bei welchen Gelegenheiten welche Körperpartien anspannen. Es werden die Auslöser und Ursachen der Beschwerden (nämlich die unbewussten Dauerkontraktionen der Muskulatur) für den Patienten wahrnehmbar und damit auch veränderbar – und er ist somit seinen Schmerzen/Beschwerden nicht mehr hilflos ausgesetzt, sondern kann aktiv und bewusst dagegensteuern und aus dem Anspannung-Schmerz-Kreislauf aussteigen.
Sowohl die aktive Schmerzpunkt- als auch die Bindegewebsbehandlung können schmerzhaft sein. Das ist einerseits abhängig vom individuellen Schmerzempfinden, aber auch dem Grad der Verspannung. An den behandelten Stellen kann es zu unbedenklichen Reaktionsschmerzen kommen, die nach wenigen Tagen von selbst wieder verschwinden.
Die Pohltherapie® vereint körperliche und mentale Arbeit. Sie behandelt nicht nur Symptome, sondern die zugrunde liegenden Bewegungs- und Spannungsmuster. Dadurch lösen sich Beschwerden und Schmerzen nicht nur kurzfristig, sondern es kommt zu einer anhaltenden Beschwerdefreiheit.
Sie hilft bei
• chronischen Schmerzen (z.B. Kopf-, Rücken-, Nacken-, Fussschmerzen, Narbenbeschwerden, Beckenbodenschmerzen,…)
• Funktionellen Erkrankungen (z.B. Kloß im Hals, Schlickbeschwerden, chron. Übelkeit, Blasenbeschwerden,…)
• Missempfindunge (z.B. Kribbeln, Brennen, Jucken, Taubheitsgefühle,…
• Bewegungsstörungen (zB. Fehlhaltungen, Schwächegefühl, Bewegungseinschränkungen,…)
Wie viele Sitzungen sind notwendig?
Das hängt von der Dauer und Intensität der Beschwerden ab. In der Regel sind 5–10 Sitzungen sinnvoll, um spürbare Verbesserungen zu erzielen.
Die Behandlung kann anfangs leicht unangenehm sein, vor allem bei stark verspannten Strukturen. Die Intensität wird individuell angepasst.
Bei ärztlicher Verordnung wird ein Teil der Kosten von der Krankenkasse übernommen, weiters kann eine Rückvergütung durch Zusatzversicherungen erfolgen.
Ja. Sie erhalten individuell abgestimmte Übungen, um die Therapie aktiv zu unterstützen und langfristig beschwerdefrei zu bleiben.
Die Pohltherapie betrachtet den Körper ganzheitlich, indem sie Körperwahrnehmung, Bewegung und Atem vereint. Sie behandelt die Ursachen von Beschwerden, nicht nur die Syptome und bezieht den Patienten aktiv in den Heilungsprozess ein. Besonders geeignet ist sie für chronische und unerklärliche Beschwerden, bei denen andere Methoden oft keine Lösung finden.
Ja. Körperliche Verspannungen stehen oft in engem Zusammenhang mit Stress und emotionaler Anspannung. Durch die Körperarbeit verbessert sich oft auch das seelische Gleichgewicht.
Absolut. Die Techniken sind sanft, achtsam und individuell anpassbar – auch bei eingeschränkter Beweglichkeit.
Viele spüren nach der ersten Sitzung mehr Beweglichkeit und Leichtigkeit. Langfristig entsteht ein neues Körpergefühl – freier, natürlicher und selbstbestimmter.
Viele Patientinnen und Patienten erleben durch die Pohltherapie® eine deutliche und nachhaltige Verbesserung ihrer Beschwerden. Wie weit sich die Symptome lösen lassen, hängt unter anderem von der Dauer der Beschwerden und der aktiven Mitarbeit im Alltag ab. Ziel der Behandlung ist es, Spannungsmuster zu verändern und den Körper langfristig zu entlasten.